Als Frühgeburt gilt jede Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche. Medizinisch unterscheidet man Extremfrühgeborene (unter 28 SSW), sehr früh Geborene (28 bis 31 SSW), moderat früh Geborene (32 bis 33 SSW) und spät Frühgeborene (34 bis 36 SSW). Je früher die Geburt, desto länger ist in der Regel die Klinikzeit und desto intensiver die medizinische Betreuung.
Das Geburtsgewicht spielt eine zusätzliche Rolle: Babys unter 1.500 Gramm gelten als sehr kleine Frühgeborene, unter 1.000 Gramm als extrem kleine Frühgeborene. Gewicht und Reifegrad zusammen bestimmen, welche Unterstützung nötig ist, nicht allein die Schwangerschaftswoche.
Das medizinische Team erklärt Ihnen Schritt für Schritt, was Ihr Kind braucht: Atemunterstützung, Wärme in der Inkubator- oder Wärmebett-Versorgung, Überwachung von Herz, Sauerstoff und Ernährung. Geräte und Alarme wirken zunächst abschreckend, sind aber Werkzeuge der Neonatologie, um Ihr Kind stabil zu halten.
Das korrigierte Alter ist eine zentrale Orientierung: Es ergibt sich aus dem tatsächlichen Alter minus der fehlenden Wochen bis zur 40. Schwangerschaftswoche. Ein Baby, das mit 32 SSW geboren wurde, hat mit drei Monaten Lebensalter ein korrigiertes Alter von etwa einer Woche. Viele Entwicklungsschritte orientieren sich daran, besonders in den ersten zwei Lebensjahren.
Fragen Sie nach allem, was unklar ist. Sie haben das Recht, informiert zu sein, Entscheidungen mitzutragen und am Alltag auf der Station teilzunehmen. Niemand erwartet, dass Sie medizinisches Fachwissen mitbringen.
Praxis-Tipp: Notieren Sie nach dem Lesen dieses Abschnitts drei Punkte, die Sie umsetzen möchten, und einen, bei dem Sie noch unsicher sind. So wird aus Information ein konkreter Plan.
Viele Familien berichten, dass der Austausch mit anderen Eltern entlastend ist, solange Sie die Inhalte kritisch einordnen. Was bei anderen funktioniert hat, muss bei Ihnen nicht passen. Vertrauen Sie Ihrer Wahrnehmung und holen Sie bei Zweifeln fachliche Einschätzung ein.





