In den ersten Tagen nach der Geburt produziert der Körper Kolostrum, die goldgelbe Vormilch. Sie ist reich an Antikörpern und Nährstoffen und kommt in kleinen Mengen, die dem Magen des Neugeborenen entsprechen. Kolostrum reicht aus, auch wenn die Brust noch weich wirkt und wenig Milch zu fließen scheint.
Früher Hautkontakt direkt nach der Geburt und häufiges Anlegen regen die Milchbildung an. Das Baby sollte in den ersten 24 Stunden mehrmals an die Brust, idealerweise acht bis zwölf Mal in 24 Stunden. Das ist normal und kein Zeichen von „Dauerhunger“.
Die Milcheinschuss (Einsetzen der reifen Muttermilch) erfolgt meist am zweiten bis vierten Tag nach der Geburt. Die Brüste können dann spannen und warm werden. Häufiges Anlegen und korrektes Entleeren lindern das Spannungsgefühl. Bei starkem Spannungsschmerz oder Fieber kann ein Milchstau vorliegen.
Schmerzfreies Stillen hängt vor allem vom korrekten Anlegen ab. Das Baby sollte nicht nur die Brustwarze, sondern einen großen Teil des Warzenhofs mit dem Mund erfassen. Ein weit geöffneter Mund, nach außen gestülpte Lippen und das Kinn an der Brust sind gute Zeichen.
Hungerzeichen früh erkennen: Suchen, Schmatzen, Hände zum Mund führen. Weinen ist ein spätes Signal. Warten auf lautes Schreien erschwert oft das Anlegen.
Praxis-Tipp: Notieren Sie nach dem Lesen dieses Abschnitts drei Punkte, die Sie umsetzen möchten, und einen, bei dem Sie noch unsicher sind. So wird aus Information ein konkreter Plan.
Viele Familien berichten, dass der Austausch mit anderen Eltern entlastend ist, solange Sie die Inhalte kritisch einordnen. Was bei anderen funktioniert hat, muss bei Ihnen nicht passen. Vertrauen Sie Ihrer Wahrnehmung und holen Sie bei Zweifeln fachliche Einschätzung ein.





