Der weibliche Zyklus wird von der ersten Regelblutung bis zum Tag vor der nächsten Blutung gezählt und dauert im Mittel etwa 28 Tage, normal sind 23 bis 35 Tage. In der ersten Zyklushälfte (Follikelphase) reift unter dem Einfluss von FSH (follikelstimulierendem Hormon) im Eierstock eine oder mehrere Eizellen heran. Der Östrogenspiegel steigt, die Gebärmutterschleimhaut baut sich auf.
Mitte des Zyklus löst ein LH-Anstieg (luteinisierendes Hormon) den Eisprung aus: Die reifste Eizelle verlässt den Eierstock und wird von den Eileiterfimbrien aufgefangen. Dort ist sie nur etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig, deutlich kürzer, als viele Paare annehmen.
Die zweite Zyklushälfte (Lutealphase) beginnt nach dem Eisprung. Der gelbkörper bildet Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung vorbereitet. Kommt es nicht zur Befruchtung, sinken die Hormonspiegel und die Menstruation setzt ein.
Entscheidend ist das sogenannte fruchtbare Fenster: Spermien können im weiblichen Genitaltrakt unter günstigen Bedingungen bis zu fünf Tage überleben. Die höchste Empfängniswahrscheinlichkeit liegt an den ein bis zwei Tagen vor dem Eisprung sowie am Eisprungtag selbst. Paare, die gezielt schwanger werden möchten, profitieren davon, dieses Fenster zu kennen, ohne sich jedoch ausschließlich darauf zu fixieren.
Beim männlichen Partner spielt die Spermienqualität eine ebenso wichtige Rolle: Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie werden bei einer Abklärung über ein Spermiogramm beurteilt. Auch hier beeinflussen Alter, Rauchen, Alkohol, Hitze und manche Medikamente die Werte, oft reversibel, wenn die Belastung früh reduziert wird.
Praxis-Tipp: Notieren Sie nach dem Lesen dieses Abschnitts drei Punkte, die Sie umsetzen möchten, und einen, bei dem Sie noch unsicher sind. So wird aus Information ein konkreter Plan.
Viele Familien berichten, dass der Austausch mit anderen Eltern entlastend ist, solange Sie die Inhalte kritisch einordnen. Was bei anderen funktioniert hat, muss bei Ihnen nicht passen. Vertrauen Sie Ihrer Wahrnehmung und holen Sie bei Zweifeln fachliche Einschätzung ein.





