Der Beginn der Geburt ist nicht immer eindeutig. Vorwehen sind unregelmäßige, oft weniger schmerzhafte Kontraktionen, die den Muttermund vorbereiten, aber noch nicht die aktive Geburt einleiten. Sie können Stunden oder Tage andauern. Ruhe, leichte Bewegung und ausreichend Trinken helfen in dieser Phase.
Ein Fruchtblasensprung (Blasensprung) bedeutet, dass die Fruchtblase geplatzt ist. Die Fruchtfarbe sollte klar oder leicht rosé sein. Grünes oder bräunliches Fruchtwasser kann ein Zeichen für Stress des Kindes sein und erfordert zeitnahe Abklärung in der Klinik, auch ohne Wehen.
Die 5-1-1-Regel ist eine gängige Orientierung für Erstgebärende: Wehen alle fünf Minuten, jede etwa eine Minute lang, seit mindestens einer Stunde. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, in die Klinik zu fahren oder die Hebamme zu rufen. Bei Mehrgebärenden gilt oft eine kürzere Schwelle, weil der Verlauf schneller sein kann.
Blutiger Schleim (Schleimpfropf) kann Tage vor der Geburt abgehen und ist meist harmlos. Starke vaginale Blutungen wie eine Regelblutung sind hingegen ein Warnzeichen und erfordern sofortige Abklärung.
Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu früh anrufen oder anfahren als zu spät. Das Hebammen-Team beurteilt vor Ort, ob Sie noch nach Hause können oder bleiben sollten. Ihre Kliniktasche sollte ab SSW 36 gepackt sein, siehe Kliniktasche-Checkliste.
Praxis-Tipp: Notieren Sie nach dem Lesen dieses Abschnitts drei Punkte, die Sie umsetzen möchten, und einen, bei dem Sie noch unsicher sind. So wird aus Information ein konkreter Plan.
Viele Familien berichten, dass der Austausch mit anderen Eltern entlastend ist, solange Sie die Inhalte kritisch einordnen. Was bei anderen funktioniert hat, muss bei Ihnen nicht passen. Vertrauen Sie Ihrer Wahrnehmung und holen Sie bei Zweifeln fachliche Einschätzung ein.





