Elternbasis
Schwangere Person und Partner:in sitzen entspannt mit Tablet und Notizblock, symbolisch für den gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs zu Hause

Lektion 1 von 10

Willkommen im Kurs

Orientierung, Kostenübernahme, Hormone und Ihr Geburts-Team

ca. 45 Minuten · inkl. Wissenscheck

Herzlich willkommen zum Geburtsvorbereitungskurs von Elternbasis. Sie halten in den Händen, was in einem klassischen Präsenzkurs über acht bis vierzehn Stunden vermittelt wird, strukturiert in Lektionen, die Sie in Ihrem Tempo durcharbeiten können, pausieren, wiederholen und gemeinsam mit Ihrer Begleitperson besprechen können. Dieser Kurs ersetzt keine persönliche Hebammenbetreuung, kein Klinik-Vorgespräch und keine individuelle Risikobeurteilung. Er ergänzt diese Angebote um fundiertes Basiswissen, damit Sie in der Geburt weniger überrascht sind und Entscheidungen bewusster treffen können.

Geburt ist in den allermeisten Fällen ein physiologischer Vorgang, kein Krankheitsbild, kein Notfall per se. Gleichzeitig ist sie körperlich anspruchsvoll, emotional intensiv und medizinisch manchmal komplex. Unser Ziel ist weder Angst noch ein romantisiertes Idealbild. Wir möchten Selbstwirksamkeit stärken: Sie sollen verstehen, was in Ihrem Körper geschieht, welche Optionen Ihnen offenstehen und wie Sie mit Ihrem Team kommunizieren. Wer vorbereitet ist, erlebt häufig mehr Zufriedenheit mit dem eigenen Geburtserlebnis, unabhängig davon, ob die Geburt vaginal, mit Schmerzmitteln oder per Kaiserschnitt verläuft.

Der Kurs richtet sich an Schwangere ab etwa der 28. Schwangerschaftswoche und an alle, die sie begleiten möchten. Wenn Sie früher starten, ist das in Ordnung, wiederholen Sie die praktischen Lektionen (Atem, Stellungen) kurz vor dem errechneten Termin. Wenn Sie erst in der 35. oder 36. Woche einsteigen, priorisieren Sie Lektion 1 bis 3 und den Geburtsplan in Lektion 6. Jede Lektion endet mit Kernaussagen, einer Checkliste wo sinnvoll und einem Wissenscheck.

Arbeiten Sie idealerweise zu zweit: Eine Person liest vor oder hört mit, die andere übt Griffe, Atemrhythmen oder Notizen mit. Legen Sie einen festen Kursabend pro Woche fest, das erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Stoff wirklich zu verinnerlichen. Notieren Sie Fragen für Ihre Hebamme oder Ihr Klinik-Vorgespräch. Geburt beginnt nicht erst in der Klinik, sie beginnt in der Vorbereitung.

Für wen ist dieser Kurs: und was Sie realistisch erwarten können

Dieser Kurs spricht Erstgebärende und Wiedergebärende gleichermaßen an. Wiedergebärende profitieren besonders von der Auffrischung klinischer Abläufe, aktualisierten Schmerzoptionen und der bewussten Einbindung der Begleitperson, denn jede Geburt ist anders. Partner:innen, Mitbegleitende und Co-Eltern sind ausdrücklich eingeladen: Viele Lektionen enthalten konkrete Aufgaben für die Begleitung.

Was der Kurs leistet: anatomisches und hormonelles Grundverständnis, praktische Techniken (Atem, Entspannung, Stellungen), Überblick über Schmerzoptionen, Hilfe beim Geburtsplan und Vorbereitung auf die ersten Stunden mit dem Baby. Was er nicht leistet: individuelle Diagnostik, Therapieempfehlungen bei Risikoschwangerschaften oder Garantien für einen bestimmten Geburtsverlauf.

Studien zeigen, dass strukturierte Geburtsvorbereitung die Angst reduzieren, die Kommunikation mit dem Geburts-Team verbessern und die Zufriedenheit mit dem Geburtserlebnis erhöhen kann, ohne zwangsläufig die Kaiserschnittrate zu senken. Wissen schafft Handlungsspielraum; Handlungsspielraum schafft Ruhe.

  • Erstgebärende: voller Kurs empfohlen, Start ab SSW 28–30
  • Wiedergebärende: Schwerpunkt auf Unterschiede zur Vorgeburt und aktuelle Klinikstandards
  • Begleitpersonen: von Lektion 1 mit einbeziehen, nicht erst kurz vor der Geburt
  • Bei Risikoschwangerschaft: Kurs als Ergänzung, ärztliche/hebammliche Vorgaben haben Vorrang
  • Hausgeburt/Geburtshaus: Inhalte größtenteils übertragbar, Notfallprotokolle individuell mit Hebamme klären

Praxis-Tipp: Drucken Sie sich nach jeder Lektion drei Kernaussagen aus oder notieren Sie sie im Handy, so entsteht Ihr persönliches Merkblatt für den Geburtstag.

Kursaufbau und Lernmethode

Schema der zehn Kurslektionen als linearer Lernpfad von Willkommen bis Abschluss
Abb. Empfohlene Reihenfolge: Grundlagen (Lektion 1–5), dann Planung und Begleitung (Lektion 6–7), abschließend Nachgeburt und Notfallwissen (Lektion 8–10).

Der Geburtsvorbereitungskurs von Elternbasis umfasst zehn Lektionen. Die ersten fünf, die Sie in diesem Modul vertiefen, legen das Fundament: Orientierung, Körper und Wehen, Atem und Entspannung, Geburtsstellungen und Schmerzoptionen. Lektion 6 bis 10 behandeln Geburtsplan, Partnerrolle, erste Stunden mit dem Baby, Notfälle und die Abschluss-Checkliste.

Jede Lektion ist für 35 bis 55 Minuten konzipiert, inklusive Lesen, Pausen und kurzer Übungen. Rechnen Sie für den gesamten Kurs mit etwa acht bis zehn Stunden reiner Lernzeit, verteilt über mehrere Wochen. Wiederholung ist erwünscht: Besonders Atemtechniken und Partnergriffe sollten Sie mindestens zwei Wochen vor dem errechneten Termin noch einmal aktiv üben.

Am Ende jeder Lektion finden Sie Kernaussagen, praktische Checklisten und einen Wissenscheck mit acht Fragen. Der Wissenscheck dient der Selbstkontrolle, nicht der Benotung. Fehler sind Lernchancen, lesen Sie die Erklärungen aufmerksam.

Aktives Lernen statt passives Konsumieren

Geburtsvorbereitung wirkt stärker, wenn körperliche Elemente eingebunden werden: Atemübungen, Positionswechsel, Partnermassage. Lesen Sie nicht nur, stehen Sie auf, probieren Sie aus. Das Gehirn verankert motorische Muster zuverlässiger als reinen Text.

Quelle: WHO-Empfehlungen zur Schwangerenbetreuung (2016, aktualisiert)

Krankenkassen-Leistungen und Kostenerstattung

Gesetzlich Versicherte haben nach § 24h SGB V Anspruch auf eine Schwangeren- und Wöchnerinnenbetreuung durch Hebammen, darunter gehört auch die Beratung zur Geburtsvorbereitung. Für einen strukturierten Geburtsvorbereitungskurs bei einer zugelassenen Kursleitung (in der Regel Hebamme) übernehmen die Krankenkassen in der Regel einen Großteil der Kosten für den Schwangeren-Kurs: meist acht bis vierzehn Unterrichtseinheiten à 90 Minuten.

Viele Kassen bezuschussen auch einen Partner- oder Geburtshelferkurs: teils als separaten Kurs, teils als Zuschlag innerhalb des Paarkurses. Die genauen Regelungen unterscheiden sich: Manche Kassen erstatten nur bei bestimmten Kursleiterinnen, andere verlangen eine Teilnahmebescheinigung mit Stempel und Unterschrift, wieder andere begrenzen die Erstattung auf einen festen Betrag (häufig 80–100 Euro für den Schwangerenkurs, teils zusätzlich für den Partner).

Dieser Online-Kurs auf Elternbasis ist kostenlos und unabhängig von der gesetzlichen Kostenerstattung. Er ersetzt keinen zugelassenen Präsenzkurs im Sinne der Krankenkasse, für eine Erstattung benötigen Sie eine Teilnahmebescheinigung einer nach § 134a SGB V zugelassenen Kursleitung. Viele Paare nutzen unseren Online-Kurs zur Vorbereitung und Wiederholung und besuchen zusätzlich einen Präsenzkurs für die persönliche Betreuung und die Bescheinigung.

Privatversicherte: Die Leistungen variieren stark, prüfen Sie Ihren Tarif. Steuerlich können Kursgebühren unter Umständen als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden, fragen Sie Ihre Steuerberatung.

  • Vor Kursbuchung: bei der Krankenkasse Regeln für Erstattung und anerkannte Kursleiter erfragen
  • Teilnahmebescheinigung aufbewahren, oft mit Geburtsdatum und Kursstunden
  • Partnerkurs: separat nachfragen, ob und in welcher Höhe bezuschusst
  • Rückbildungskurs: eigener Anspruch nach der Geburt, rechtzeitig vormerken (oft Engpass)
  • Online-Kurs Elternbasis: kostenlos, ohne Bescheinigung, ideal zum Wiederholen und für Partner zu Hause
Mythos: Die Krankenkasse zahlt jeden beliebigen Online-Kurs.
Fakt: Die gesetzliche Erstattung gilt für zugelassene Präsenzkurse mit Bescheinigung. Kostenlose Online-Angebote wie Elternbasis ergänzen die Vorbereitung, ersetzen aber nicht automatisch die Kassenleistung.
Mythos: Ein Partner muss extra viel zahlen, Partnerkurse sind nie erstattungsfähig.
Fakt: Viele Krankenkassen bezuschussen Partnerkurse teilweise oder vollständig. Die Regelungen sind unterschiedlich, ein Anruf bei der Kasse vor der Buchung spart Geld.

Praxis-Tipp: Legen Sie ein kleines Budget-Dokument an: Kursgebühr, Erstattung, Fahrtkosten Präsenzkurs, Geburtsball-Leihgebühr, so behalten Sie den Überblick.

Hormone der Geburt: das unsichtbare Orchester

Diagramm der wichtigsten Geburts hormone: Oxytocin, Prostaglandine, Endorphine, Adrenalin und Prolaktin mit ihren Wirkungen
Abb. Oxytocin treibt die Wehen voran; Endorphine lindern Schmerz; Adrenalin kann bei Stress den Geburtsfortschritt bremsen. Eine ruhige, geschützte Umgebung unterstützt den physiologischen Ablauf.

Geburt wird von einem fein abgestimmten Hormoncocktail gesteuert. Das Verständnis dieser Substanzen hilft Ihnen zu begreifen, warum Ruhe, Sicherheit und Vertrautheit so wichtig sind, und warum Stress und Unterbrechungen den Verlauf stören können.

Oxytocin, oft als „Kuschelhormon“ bezeichnet, ist der Motor der Wehen. Es wird im Hypothalamus gebildet und von der Hypophyse ausgeschüttet. In der Eröffnungsphase sorgt Oxytocin für rhythmische Kontraktionen der Gebärmutter. Es fördert gleichzeitig Bindung, Vertrauen und Schmerztoleranz. Oxytocin fließt besser, wenn Sie sich sicher fühlen: vertraute Stimmen, gedimmtes Licht, wenig unnötige Unterbrechungen. Das Gegenteil, helles Licht, laute Gespräche, das Gefühl beobachtet zu werden, kann die Ausschüttung hemmen.

Prostaglandine bereiten den Gebärmutterhals vor: Sie erweichen das Zervixgewebe und machen es dehnbar. Sie werden unter anderem durch mechanische Reize (Wehen, Spermien, vaginale Untersuchungen in Maßen) und durch den Abgang des Schleimpfropfs freigesetzt. Ein „Bloody Show“, blutig-schleimiger Ausfluss, kann ein Zeichen sein, dass Prostaglandine und Eröffnung voranschreiten.

Endorphine sind körpereigene Schmerzmittel. Sie steigen mit der Intensität der Wehen und können, besonders in ungestörter Geburt, eughorische Zustände ermöglichen. Viele Gebärende berichten von einem „Nebel“, in dem sie schmerzhafte und gleichzeitig kraftvolle Phasen erleben. Endorphine werden durch Angst und Unterbrechung des Oxytocinflusses gedämpft.

Adrenalin und Noradrenalin steigen bei Stress, Angst und dem Gefühl, nicht sicher zu sein. Sie können Wehen vorübergehend „ausschalten“, ein evolutionärer Mechanismus: Wenn Gefahr droht, stoppt der Körper die Geburt. In der modernen Klinik kann auch „Zu-viel-Beobachtung“ Stress auslösen. Deshalb: Schutz der Privatsphäre einfordern, wenn möglich.

Prolaktin steigt gegen Ende der Geburt und nach der Entbindung, es bereitet die Stillmeldung vor und unterstützt die Mutter-Kind-Bindung. Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt verstärkt diesen Kreislauf.

Mythos: Wehen lassen sich willentlich „anschalten“ wie ein Muskel.
Fakt: Sie können den Hormonhaushalt unterstützen (Ruhe, Bewegung, Sicherheit), aber Wehen folgen einem komplexen neuroendokrinen Muster, nicht einem bewussten Befehl.

Der „Ferguson-Reflex“

Saugreize an Brustwarze oder Clitoris, sanfte Nackenmassage und vertraute Berührung können Oxytocin-Ausschüttung verstärken. In der Eröffnungsphase kann das Wehen rhythmisieren; in der Austreibung den Pressdrang unterstützen. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, was für Sie in Frage kommt.

Quelle: Deutscher Hebammenverband (DHV)

Ihr Geburts-Team: Rollen und Ansprechpartner

In Deutschland betreut in der Regel eine Hebamme die Schwangerschaft ambulant, Vorsorge, Beratung, Geburtsvorbereitung, Hausvisiten im Wochenbett. Für die Geburt selbst kommen je nach Wunsch und Verfügbarkeit Hebamme (Hausgeburt, Geburtshaus), Klinikhebammen und Ärztinnen oder Ärzte (meist Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe) hinzu.

Die Hebamme ist Ihre primäre Ansprechpartnerin für normale physiologische Geburtsverläufe. Sie überwacht Wehen, Kindsbewegungen, Herztöne, Eröffnungsgrad (vaginale Untersuchung), unterstützt bei Stellungswechseln, Atem und Schmerzlinderung ohne Medikamente. In der Klinik wechseln sich Hebammen oft in Schichten ab, fragen Sie bei Aufnahme, wer Ihre Hauptansprechpartnerin ist.

Ärztliche Beteiligung ist bei Risikoschwangerschaften, medizinischen Komplikationen oder bestimmten Klinikprotokollen von Anfang an vorgesehen. Bei unkompliziertem Verlauf übernimmt die Hebamme die Leitung; der Arzt wird bei Bedarf hinzugezogen, etwa bei Stillstand der Eröffnung, auffälligem CTG (Herzton- und Wehenüberwachung), Blutungen oder Indikation zur operativen Entbindung.

Anästhesistinnen und Anästhesisten kommen ins Spiel, wenn Sie medizinische Schmerzlinderung wünschen, Lachgas, Periduralanästhesie (PDA) oder in Notfällen Vollnarkose. Ein Vorgespräch ist bei PDA-Wunsch sinnvoll, wenn Ihre Klinik das anbietet.

Ihre Begleitperson, Partner:in, Freundin, Doulа, ist keine medizinische Fachkraft, aber eine zentrale Säule: Sie kennt Ihre Wünsche, kann für Sie sprechen, wenn Sie in der Wehe nicht kommunizieren können, sorgt für Trinken, Positionen, emotionale Stabilität. Besprechen Sie vorab, welche Aufgaben übernommen werden.

Hebammensuche und Klinikwahl sollten bis spätestens SSW 32–34 geklärt sein. Notieren Sie alle Notfallnummern: Hebamme, Klinik, ggf. Geburtshaus, im Handy und auf Papier am Kühlschrank.

  • Hebamme (ambulant): Vorsorge, Geburtsvorbereitung, Wochenbett, erste Anlaufstelle bei Fragen
  • Klinikhebamme: Betreuung während Aufenthalt, Übergabe bei Schichtwechsel beachten
  • Geburtsarzt/ärztin: bei Komplikationen, operative Entbindung, medizinischen Entscheidungen
  • Anästhesie: Schmerztherapie, PDA, Lachgas, Notfallnarkose
  • Begleitperson: emotionaler Anker, Fürsprecher:in, Logistik, Geburtsplan mitstudieren
  • Kinderarzt/Pädiater: U1 und U2 nach der Geburt, nicht Teil des Geburtsteams, aber Folgebetreuung

Praxis-Tipp: Vereinbaren Sie mit Ihrer Begleitperson ein geheimes Zeichen für „Ich brauche Schmerz-Optionen“ oder „Bitte alle raus“, ohne lange Erklärung in der intensivsten Wehenphase.

Selbstwirksamkeit und realistische Erwartungen

Geburtsvorbereitung bedeutet nicht, die Kontrolle über jeden Aspekt zu haben. Sie bedeutet, informiert zu sein, Optionen zu kennen und flexibel zu bleiben. Ein Geburtsplan, den Sie in Lektion 6 erstellen, ist ein Wunschkatalog und Gesprächsgrundlage, kein Vertrag.

Statistisch enden in Deutschland etwa 28 bis 30 Prozent aller Geburten mit Kaiserschnitt, teils geplant, teils als Notfall. Das ist kein persönliches Versagen. Vaginale Geburt mit Episiotomie, Forceps oder Saugglocke ist ebenfalls eine Geburt, keine „halbe“ Geburt.

Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme über Ihre Ängste, nicht nur über Ihre Wünsche. Ängste sind normal; benannt und besprochen verlieren sie oft an Macht. Wenn Sie traumatische Erfahrungen aus früheren Geburten oder anderen Kontexten mitbringen, suchen Sie gezielt traumasensible Betreuung.

Nach dieser Lektion sollten Sie wissen: wie der Kurs aufgebaut ist, was die Krankenkasse übernimmt, welche Hormone die Geburt steuern und wer zu Ihrem Team gehört. In Lektion 2 tauchen wir in den Körper und die Wehen ein, die konkrete Sprache der Geburt.

Zufriedenheit und Erwartungsmanagement

Forschung zeigt: Zufriedenheit mit der Geburt hängt weniger vom konkreten Outcome (mit oder ohne PDA, Kaiserschnitt ja/nein) ab als von wahrgenommener Beteiligung, Respekt und guter Information. Bereiten Sie sich auf Flexibilität vor, das ist kein Widerspruch zu klaren Wünschen.

Quelle: AWMF-Leitlinienprogramm / geburtshilfliche Empfehlungen

Praktischer Einstieg: Ihre ersten Schritte heute

Bevor Sie Lektion 2 starten, erledigen Sie diese Grundlagen: Speichern Sie Hebammen- und Kliniknummer im Handy. Fragen Sie Ihre Krankenkasse nach Kurs-Erstattung, falls Sie einen Präsenzkurs planen. Vereinbaren Sie mit Ihrer Begleitperson einen wöchentlichen Kurstermin.

Legen Sie ein Notizbuch oder digitales Dokument an: „Fragen an die Hebamme“, „Wünsche für den Geburtsplan“, „Was mir Angst macht“. Dieses Dokument wächst mit dem Kurs mit.

Wenn Sie noch keine Hebamme haben: Jetzt suchen, in vielen Regionen sind Hebammen überlastet. Der DHV und lokale Hebammenverbände bieten Suchportale. Alternativ: Klinik mit Hebammenmodell wählen.

Praxis-Tipp: Haken Sie nach dieser Lektion die ersten vier Punkte Ihrer Kurs-Checkliste ab, bevor Sie Lektion 2 starten.

Das nehmen Sie mit

  • Der Kurs ergänzt Hebammenbetreuung und Klinik-Vorgespräch, er ersetzt sie nicht.
  • Gesetzliche Kassen erstatten zugelassene Präsenzkurse; Elternbasis-Online-Kurs ist kostenlose Ergänzung.
  • Oxytocin, Prostaglandine und Endorphine steuern die Geburt, Ruhe und Sicherheit fördern den Verlauf.
  • Adrenalin bei Stress kann Wehen bremsen, Privatsphäre und Vertrauen schützen.
  • Hebamme, Arzt/Ärztin, Anästhesie und Begleitperson haben klar unterschiedliche Rollen.
  • Selbstwirksamkeit heißt informiert und flexibel, kein Perfektionsanspruch.
  • Partner:innen von Lektion 1 mit einbeziehen und festen Kurstermin planen.
  • Hebammensuche und Klinikwahl bis spätestens SSW 32–34 klären.

Übungs-Checkliste

  • Hebammen- und Kliniknummer gespeichert und am Kühlschrank notiert
  • Krankenkasse zu Erstattungsregeln für Geburtsvorbereitungskurs befragt
  • Wöchentlicher Kurstermin mit Begleitperson im Kalender
  • Fragen- und Wunschliste für Hebamme angelegt
  • Kurslektionen 1–5 als Priorität vor dem ET eingeplant
  • Geburtsort (Klinik/Geburtshaus/Hausgeburt) grob festgelegt oder in Klärung
  • Mutterpass und Versichertenkarte griffbereit für Termine
  • Offene Ängste notiert, für Gespräch mit Hebamme vorgemerkt

Quellen dieser Lektion

  • Gesetzliche Krankenversicherung: § 24h SGB V (Schwangeren- und Wöchnerinnenbetreuung)
  • G-BA-Richtlinien zu Hebammen-Leistungen und Geburtsvorbereitungskursen
  • WHO Recommendations on Antenatal Care for a Positive Pregnancy Experience (2016)
  • Deutscher Hebammenverband (DHV): Informationen zu Geburtsvorbereitung und Hormonen der Geburt
  • AWMF-Leitlinie: Betreuung während Schwangerschaft und Geburt
  • Informationsportal gesundheit.de / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Schwangerschaft und Geburt

Wissenscheck

3 Auswahlfragen · 5 Richtig/Falsch · Mindestens 70 % zum Bestehen.

Auswahlfrage

1. Ab welcher Schwangerschaftswoche empfiehlt sich typischerweise der Start der Geburtsvorbereitung?

Richtig oder Falsch?

2. Dieser Online-Kurs auf Elternbasis ersetzt automatisch die Kostenerstattung der Krankenkasse für einen zugelassenen Präsenz-Geburtsvorbereitungskurs.

Richtig oder Falsch?

3. Oxytocin fördert Wehen und Bindung, es wird durch Sicherheit und vertraute Umgebung eher unterstützt als durch Stress und Hektik.

Auswahlfrage

4. Welche Hormone wirken vor allem schmerzlindernd während der Geburt?

Richtig oder Falsch?

5. Die Hebamme ist bei unkompliziertem Geburtsverlauf in Deutschland in der Regel die hauptverantwortliche Fachkraft für die physiologische Geburt.

Richtig oder Falsch?

6. Prostaglandine bereiten den Gebärmutterhals vor und machen das Zervixgewebe weicher und dehnbarer.

Auswahlfrage

7. Was sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse vor Buchung eines Präsenzkurses klären?

Richtig oder Falsch?

8. Ein Geburtsplan ist ein rechtlich bindender Vertrag, der das medizinische Team an alle Wünsche hält.